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2026-02-12

Von Venezuela nach Deutschland:

Dolfredo erzählt über Neuanfang, Perspektiven und die Kraft der Familie

Wenn Dolfredo morgens das Lager bei FMS betritt, beginnt ein Tag voller strukturierter Abläufe und klarer Prozesse. Seit dem 15. August 2025 ist er hier als Lagermitarbeiter tätig, doch hinter dieser nüchternen Beschreibung steckt weit mehr als nur ein Job.
Sein Arbeitsalltag umfasst die Verbuchung eingehender Waren, das sachgerechte Einlagern in Regalsysteme, die Kommissionierung und Konfektionierung von Bestellungen sowie die selbstständige Überwachung des Online-Versands. Co-Packing-, E-Commerce- und Fulfillment-Aufträge gehören ebenso zu seinem Verantwortungsbereich. Aufgaben, die Präzision, Zuverlässigkeit und ein gutes Organisationstalent erfordern.

„Als Lagermitarbeiter mache ich mehr als nur Waren bewegen.“

Eine neue Perspektive durch Logistik

Besonders stolz ist Dolfredo auf die Fähigkeiten, die er sich im Bereich Logistik und Auftragsabwicklung angeeignet hat. „Durch meine Tätigkeit bei FMS habe ich gelernt, Bestellungen strukturiert aufzunehmen, effizient zu organisieren und zuverlässig umzusetzen. Diese Erfahrung hat mir eine völlig neue berufliche Perspektive eröffnet.“
Was viele nicht wissen: Dolfredo hat in Venezuela Ingenieurwesen studiert. Sein Abschluss wurde in Deutschland leider nicht anerkannt. Eine Hürde, die viele Migranten kennen. Doch anstatt zu resignieren, nutzt Dolfredo die analytischen Fähigkeiten und die selbstständige Arbeitsweise aus seinem Studium, um im Lager zu glänzen. Seine Kollegen beschreiben ihn als freundlich, professionell und respektvoll – und vor allem als jemanden, der mit Herz bei der Sache ist.

„Das Ergebnis ist mir nie egal“, betont Dolfredo. „Ich bringe mich aktiv ein und fiebere mit, bis eine Aufgabe erfolgreich abgeschlossen ist.“

Die Vision: Logistik der Zukunft

Mit seinem ingenieurwissenschaftlichen Hintergrund hat Dolfredo auch konkrete Ideen, wie die Logistik noch effizienter gestaltet werden könnte. „Grundsätzlich funktioniert die Logistik bei FMS reibungslos und gut, aber ich sehe großes Potenzial in der Automatisierung“, erklärt er.
„Das könnte die Art und Weise verändern, wie man im Lager auf die Regale zugreift, um den Warenfluss zu beschleunigen und die Abläufe flüssiger zu gestalten.“ Eine pragmatische Vision eines Praktikers, der täglich am Puls der Prozesse arbeitet.

Dolfredo über Glaube, Familie und Dankbarkeit

Was treibt Dolfredo an, jeden Tag sein Bestes zu geben? Die Antwort liegt tief in seinen Werten verwurzelt. „Mein persönlicher Antrieb im Beruf ist stark von meinem Glauben geprägt. Er motiviert mich, meine Arbeit stets professionell, gewissenhaft und mit hoher Genauigkeit auszuführen.“
Doch sein wichtigster Antrieb ist seine Familie. „Ich möchte durch meine berufliche Leistung eine stabile Grundlage schaffen, damit meine Kinder in Zukunft gute Chancen und Möglichkeiten haben.“ Dieser Wunsch, seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, war auch der Hauptgrund für die große Entscheidung, die seine Familie vor zwei Jahren getroffen hat.

Ein Lebensmotto, dass Dolfredo immer und überall begleitet: Das Leben bewusst zu schätzen und Dankbarkeit zu zeigen. „Ich versuche, jeden Tag wertzuschätzen, sowohl die kleinen als auch die großen Momente, und mich auf das Positive zu konzentrieren.“

Die große Entscheidung: Venezuela verlassen

Seit zwei Jahren und zwei Monaten lebt Dolfredo mit seiner Familie nun in Deutschland. Der Weg hierher war alles andere als einfach. „Wir sind nach Deutschland gekommen, weil die politische und wirtschaftliche Lage in Venezuela keine langfristige Perspektive geboten hat“, erklärt er. Die Inflation steigt kontinuierlich, die Stabilität fehlt, obwohl das Land eigentlich reich an Ressourcen wie Öl und Aluminium ist. Nach etwa zwei Jahren Überlegung, in denen auch Spanien eine Option war, fiel die bewusste Entscheidung für Deutschland. „Eine Herausforderung, die wir angenommen haben“, sagt Dolfredo rückblickend. Und für ihn gibt es das Wort „schwierig“ in diesem Kontext nicht: „Wenn man etwas wirklich will, kann man es auch erreichen. Es ist anspruchsvoll, aber genau darin liegt für mich der Antrieb.“

Die ersten Monate: Zwischen Abwarten und Anfangen

Die Anfangszeit in Deutschland war intensiv: das Visum musste beantragt und viele, viele bürokratische Abläufe mussten erledigt werden. Die Familie verbrachte zunächst fünf Monate im Asylheim. Es war eine Zeit, die sie trotz vieler Herausforderungen konstruktiv nutzten. „In dieser Zeit begannen unsere Kinder, Deutsch zu lernen, sodass sie nach Ablauf der Zeit direkt einen Platz in der Schule bekommen konnten.“
Im August 2025 konnte Dolfredo dann bei FMS starten. Ein Glücksfall, wie er heute weiß. „Ich hatte wirklich großes Glück, sehr schnell eine Möglichkeit zu bekommen.“ Auch seine Frau, die in Venezuela Ingenieurwesen und Modedesign studiert hat und als Industrieingenieurin tätig war, fand Arbeit. Im Dezember erhielt sie einen ersten Arbeitsvorschlag, der aufgrund ihres fehlenden Führerscheins zunächst schwierig umzusetzen war. Doch im Januar 2026 kam die perfekte Lösung: Eine Stelle nur fünf Minuten vom eigenen Zuhause entfernt. „Das war eine riesige Erleichterung für uns, denn vorher war sie oft erst spät abends zu Hause. Heute können wir unser Familienleben viel besser gestalten“, erzählt Dolfredo erleichtert.

FMS: Mehr als ein Arbeitgeber

Was Dolfredo an FMS besonders schätzt? „Die Unterstützung und Wertschätzung am Arbeitsplatz. Die Atmosphäre hier fühlt sich wie eine Familie an: Es wird darauf geachtet, wie es jedem einzelnen geht, und bei Problemen bekommt man jederzeit Rückhalt, sowohl im Lager als auch im Büro.“
Ein Beispiel macht deutlich, wie weit diese Unterstützung geht: Dolfredos Führerschein aus Venezuela wurde in Deutschland nicht anerkannt. „Ohne Hilfe wäre der gesamte Prozess sehr kompliziert gewesen“, erinnert er sich. Doch mit der Unterstützung von FMS konnten alle Formalitäten erledigt werden: die Anmeldung, der Sehtest und das Einreichen aller notwendigen Dokumente. „Jetzt kann ich meinen Führerschein erneut machen.“
„Solche Unterstützung zeigt mir jeden Tag, dass FMS sich wirklich um seine Mitarbeiter kümmert und dass man hier nicht nur als Arbeitskraft, sondern als Mensch wertgeschätzt wird“, betont Dolfredo mit spürbarer Dankbarkeit.

Wurzeln und Zukunft

Die Sehnsucht nach der Heimat ist da. Besonders an Weihnachten und Ostern, wenn die Familie früher zusammenkam. „Innerlich wünsche ich mir, das Land einmal wieder als Urlauber zu besuchen und vor allem meine Familie zu sehen. Diese Feiertage sind heute nicht mehr so wie früher mit der ganzen Familie.“ Doch eine Rückkehr nach Venezuela kommt für Dolfredo aktuell nicht in Frage. Sein Fokus liegt klar auf der Zukunft seiner Kinder. „Ich möchte meine Kinder hier großziehen, ihnen eine gute Bildung ermöglichen und ihnen später selbst die Entscheidung überlassen, ob sie studieren oder vielleicht zurückkehren möchten.“
Besonders dankbar ist er für die Bildungschancen in Deutschland: „Ich bin sehr dankbar, dass meine Kinder hier die Möglichkeit haben, Englisch und Französisch zu lernen. Viele Kinder schätzen das vielleicht gar nicht so, mehrere Sprachen zu lernen, aber später werden sie erkennen, wie wertvoll diese Chance ist.“

Dankbarkeit als Kompass

„Ich persönlich fühle mich in Deutschland sehr erfüllt und habe viele Möglichkeiten“, resümiert Dolfredo. „Ich bin dankbar für die Chancen, die ich hier habe, und möchte aktiv etwas dazu beitragen.“ Diese Einstellung prägt nicht nur seinen Arbeitsalltag im Lager, sondern sein ganzes Leben. Dolfredo ist ein Beispiel dafür, dass Neuanfänge, so herausfordernd sie auch sein mögen, mit einer positiven Einstellung, Unterstützung und einem starken Willen gelingen können.
Jeden Tag, wenn er das Lager betritt, bringt er nicht nur seine Arbeitskraft ein, sondern auch seine Werte: Professionalität, Dankbarkeit und den unerschütterlichen Glauben daran, dass man alles erreichen kann, wenn man es wirklich will. Ein Mitarbeiter, der mit seinem Engagement und seiner positiven Lebenseinstellung das Team bei FMS bereichert – und der zeigt, dass hinter jedem Kollegen eine einzigartige Geschichte steckt.